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Negative Seiteneffekte bei der Bearbeitung von Oberflächen mit Gleitschleifen

Aktualisiert: 9. Juli

Der Begriff ‚Seiteneffekte‘ wird meistens von vorneherein mit etwas eher Negativen verbunden. Ist nicht immer so, aber hier beschäftigen wir uns mit den negativen ‚Nebenwirkungen‘.

Es gibt Gleitschleifbearbeitungen, die uns an den wichtigen Stellen des Werkstücks das gewünschte bzw. erwartete Ergebnis aufzeigen, in manchen Fällen ist das erzielte Ergebnis mit einem Seiteneffekt verbunden, der unter Umständen das Ergebnis der Oberflächenbearbeitung negativ beeinflusst.

Das liegt daran, dass Gleitschleifen in der Regel ein ganzheitliches Verfahren ist. Wir können nicht gezielt Ecken, und Kanten bearbeiten, sondern nur ganz oder gar nicht. Zumindest bei Bearbeitung in Tellerfliehkraftanlagen, Trogvibratoren oder Trommeln.

Eine Schraube, an welcher die Seiteneffekte vom Gleitschleifen sichtbar sind

Materialabtrag und Formveränderungen: Der Materialabtrag findet vor allem an exponierten Stellen des Werkstücks auf. Bei weicheren Werkstücken oder längeren Bearbeitungszeiten kann es hier zu unerwünschten Maßänderungen kommen, die bei präzisionskritischen Anwendungen z.B. durch Vorhalt berücksichtigt werden müssen. Bei empfindlichen oder komplexen Werkstücken können durch den asymmetrischen Materialabtrag Formveränderungen aufgrund von partiell zu stark verrundeten Kanten und Ecken oder Deformation durch zu hohe Krafteinwirkung auftreten. Typische Beispiele hierfür sind die Verrundung an einer „gewollten“ Nadelspitze oder am Kopfkreis eines Zahnrads.



Oberflächenrauheit: Obwohl Gleitschleifen oft zur Verbesserung der Oberflächenqualität verwendet wird, kann es in einigen Fällen zu unerwünschter Oberflächenrauheit kommen. Dies kann auftreten, wenn zu stark schleifende Schleifkörper zur Entfernung starker Grate eingesetzt werden. Dann sind u.U. in einem zweiten Schritt mit glättenden Schleifkörpern die Oberflächenwerte wieder herzustellen bzw., zu verbessern.

Teilverlust: Kleinste oder dünnwandige Teile könnten vor allem in der Tellerfliehkraftanlage im Gleitschleifprozess beschädigt oder sogar vollständig durch den Spalt verloren gehen. Dies kann durch eine geeignete Prozessführung oder -gestaltung auch bei diesen Werkstücken minimiert werden.

Korrosion: Nach dem Gleitschleifen kann es zu Korrosion kommen, insbesondere wenn die Werkstücke nicht ordnungsgemäß getrocknet oder vor Korrosion geschützt werden. Dem kann durch geeignete Korrosionsschutzmechanismen im Compound temporär gegengesteuert werden.



Schleifmittelrückstände: Schleifkörperabrieb kann sich auf den Werkstücken ablagern und nach dem Prozess Schleifkörperrückstände hinterlassen. Diese müssen nach dem Gleitschleifen durch Waschen bzw. Trocknen im Medium entfernt werden, um die Funktionalität oder das Erscheinungsbild der Werkstücke nicht zu beeinträchtigen.



Um diese Seiteneffekte zu minimieren, ist es wichtig, den Gleitschleifprozess sorgfältig zu planen, die richtigen Schleifkörper und Bearbeitungsparameter auszuwählen und geeignete Maßnahmen zur Oberflächenreinigung und -konservierung nach dem Prozess zu ergreifen.



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